Berlin (pag) – Trotz „GKV-Rekordausgaben“ verfehlen das Heil- und Hilfsmittelstärkungsgesetz sowie das Terminservice- und Versorgungsgesetz zentrale Ziele, moniert die Barmer. Das ist eine zentrale Erkenntnis des Heilmittelreports der Ersatzkasse.
Bis zu 80 Prozent seien GKV-Ausgaben für Heilmittel in den letzten Jahren gestiegen, so die Barmer. „Trotz dieser immensen Steigerung haben sich die Einkommen angestellter Therapeutinnen und Therapeuten nur unzureichend verbessert“, empört sich Kassenchef Prof. Christoph Straub. Politische Intention dieser Mehrausgaben: die Leistungsvergütungen und die Gehaltsniveaus ambulanter Therapeuten zu steigern. Parallel beabsichtigte der Gesetzgeber, die Diskrepanz zwischen stationären und ambulanten Einkommen anzugleichen.
Unter die Lupe nimmt der Report Erträge der Praxen sowie Gehälter angestellter ambulanter Therapeuten zwischen 2017 und 2022. Erkennbar sei ein deutlicher Anstieg der Umsätze pro Rezept in Physiotherapie-, Ergotherapie- und Logopädie-Praxen: durchschnittlich zwischen 53 und 59 Prozent. Auch die Gehälter der ambulanten Therapeuten seien in die Höhe geklettert – allerdings nur zwischen 28 und 34 Prozent. Von den zusätzlichen GKV-Finanzmitteln sei also nur ein Teil auf dem Gehaltscheck abgebildet. Auch die Gehaltsunterschiede zwischen in Praxen und in Kliniken angestellten Therapeuten hätten sich kaum verringert. Ein Beispiel: Physiotherapeuten in Kliniken seien in 2017 mit 943 Euro mehr im Monat entlohnt worden als ambulante Physiotherapeuten. In 2022 ist der Unterschied zwar um 120 Euro verringert worden, aber „das Gehaltsniveau „hätte sich längst viel stärker angleichen müssen“, kritisiert Straub.
Gegenwind gibt es seitens der Physiotherapeuten: Der Heilmittelreport basiere auf fehlerhaften Ausgangszahlen und leite daraus politisch motivierte falsche Schlüsse ab, kritisiert der Deutsche Verband für Physiotherapie, Physio Deutschland. „Die Barmer-Ersatzkasse verbreitet mit ihrem Heilmittelreport Jahr für Jahr Falschbehauptungen gegen uns Heilmittelerbringer“, opponiert Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten.
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