Wiesbaden (pag) – Rund 1.500 Klinikbehandlungen gehen per annum auf Hitze und Sonnenlicht zurück. Der Durchschnittswert umfasst die Zeitspanne von 2002 bis 2022, die Ursachen reichen von Hitzeschlägen über Sonnenstiche und weitere Gesundheitsschäden durch die beiden Auslöser, ermittelt das Statistische Bundesamt (Destatis).
Als direkte Todesursache kann Hitze hingegen selten ausgemacht werden. Jährlich gehen rund 20 Todesfälle auf Hitze allein zurück. Doch die Korrelation zwischen Sterblichkeit und sehr hohen Temperaturen sei unzweifelhaft, „da in vielen Fällen die Kombination aus Hitze und Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöht“, erklärt Destatis in einer Mitteilung.
Weitere statistische Erkenntnisse: Überproportional viele hitzebedingte Klinikaufenthalte sowie Todesfälle gibt es in Jahren mit vielen Hitzetagen. Diese zeichnen Temperaturen von 30 Grad Celsius oder mehr aus. So liegt die Zahl der Hitzetage in 2003 bei 19 – in diesem Jahr werden insgesamt 2.600 Patienten hitzebedingt in ein Krankenhaus eingewiesen. Auch die Zahl an Todesfällen liegt 2003 mit 41 doppelt so hoch wie im Medium.
Im Jahr 2015 blickt man auf dreifach so viele Todesfälle im Vergleich zum Durchschnitt: Insgesamt 60 Menschen sterben durch Hitze. Stationär behandelt müssen 2.322 Personen werden. Auch in 2015 gibt es in Deutschland vergleichsweise viele Hitzetage: 17,6.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Gefahren durch Hitze vor Augen. Eine der Initiativen: Damit Kliniken bei der Planung und Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen noch besser unterstützt werden, erstellt das BMG gemeinsam mit den verantwortlichen Akteuren im April eine Bundesempfehlung „Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser“. Auch an Pflegeeinrichtungen und vulnerable Gruppen sind Empfehlungen adressiert. „Die Anpassung an Klimaveränderungen ist zur Daueraufgabe geworden. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz“, betont Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels wird bereitgestellt von der Presseagentur Gesundheit (pag) und spiegelt nicht zwingend die Meinung des BDA wider. © Presseagentur Gesundheit GmbH
