Berlin (pag) – Deutschlands Kliniken geraten zunehmend in Finanznot. Das zeigt die neue Roland Berger Krankenhausstudie. Viele Klinikführungskräfte sind sich demnach einig: Überleben kann man nur zusammen.
Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist dramatisch. Das geht aus einer Befragung von 650 Krankenhausführungskräften durch die Unternehmensberatung Roland Berger hervor: Circa 70 Prozent von ihnen geben an, dass sie 2023 ein defizitäres Jahresergebnis aufweisen. Im Vergleich zu 2022 ein Anstieg um fast 20 Prozent. 2019 antworten so nur 32 Prozent. Besonders düster sei die Lage bei Häusern öffentlicher Trägerschaft. 84 Prozent von ihnen verzeichnen ein defizitäres Ergebnis. Darunter leide die Zahlungsfähigkeit.
„Die Hälfte der befragten Führungskräfte stuft ihre Liquiditätslage aktuell als gefährdet ein,“ heißt es in der Studie. Trotzdem zeigen sich die Befragten mittel- bis langfristig hoffnungsvoll. Infolge Krankenhausreform erwarteten die Kliniken kurzfristig, unabhängig von der Versorgungsstufe, allerdings eher eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Langfristig rechneten die Führungskräfte größerer Krankenhäuser mit einer Verbesserung, während die Führungskräfte kleinerer Häuser von einer Verschlechterung ausgehen. Viele Betreiber erwarteten eine Marktbereinigung.
Ebenfalls abgefragt werden die aktuellen Maßnahmen gegen die Finanzprobleme. Mit rund 70 Prozent stellen Ambulantisierung und Konsolidierung des stationären Leistungsportfolios den Hauptansatzpunkt der Kliniken dar. Fast genauso oft versuchen die Befragten durch Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie eine Spezialisierung des stationären Leistungsportfolios wirtschaftlich zu bleiben. Auffällig: 52 Prozent sehen in Kooperationen und Fusionen eine der wichtigsten Maßnahmen Für Dr. Peter Magunia, Senior Partner von Roland Berger, der richtige Ansatz: „Die frühzeitige Anbahnung von Partnerschaften und Fusionen zur Realisierung der letzten großen medizinischen und wirtschaftlichen Synergien ist zentral für eine krisenfeste Zukunft.“
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