Frankfurt a. Main/ Winnenden (pag) – Die Deutsche Herzstiftung und die Björn Steiger Stiftung arbeiten künftig zusammen. Ziel ist es, die Todesraten durch plötzlichen Herztod zu senken. Mehr Menschen sollen in Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult werden.
Laut des Präsidenten der Björn Steiger Stiftung, Pierre-Enric Steiger, führe seine Stiftung jährlich drei- bis viertausend Schulungen durch, bei denen je zwei Personen an einer Übungspuppe trainieren. Organisatorisch sei man in der Lage 75.000 Schulungen zu stemmen. Bisher habe man aber Probleme, das Angebot an den Mann zu bringen. Mit Hilfe der Herzstiftung will die Gesellschaft besser durchdringen und etwa Verbände oder Schulen gezielter ansprechen sowie im politischen Raum mehr Gewicht bekommen.
Prof. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, beschreibt die Ausmaße: „Vorsichtig geschätzt sterben in Deutschland pro Jahr 65.000 Menschen durch plötzlichen Herztod.“ 10.000 Opfer eines Herzstillstandes könne man retten, indem Ersthelfer unmittelbar mit einer Reanimation begännen. Konkrete Zahlen liefert der im Juli veröffentlichte Jahresbericht des Deutschen Reanimationsregisters: Demnach waren 2023 circa 55.000 Menschen von einem Herz-Kreislaufstillstand betroffen. Bei 50,7 Prozent der Fälle wurden Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfende wie Familienangehörige, in zusätzlichen sieben Prozent war ein medizinisch qualifizierter Ersthelfer vor dem Rettungswagen vor Ort. 70 Prozent der Fälle ereigneten sich in den eigenen vier Wänden.
Wie Steiger betont, komme der Notwagen, egal wie schnell er ist, immer zu spät. Laut Register dauert es im Jahr 2023 im Schnitt nur sechs Minuten und 48 Sekunden vom Eingang des Alarms bis zum Eintreffen. Aber auch dann sei ein Patient meist bereits tot. Die Zwischenzeit müsse durch Laienreanimation überbrückt werden. Zur Kooperation gehören weitere Maßnahmen wie die flächendeckende Installation von Automatisierten Externen Defibrillatoren oder die generelle Sensibilisierung für das Thema Herzgesundheit.
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